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Glossar Automatisierungstechnik - Buchstabe D

67 Automatisierungsbegriffe mit D: Von Data Analytics bis DWORD. Erklärungen zu DCS, Digitaler Zwilling, Diagnose, DeviceNet und Distributed Control Systems.

Begriffe: D

Data Analytics

Prozess der Untersuchung großer Datensätze (Big Data) zur Entdeckung von Mustern, Ableitung von Schlussfolgerungen und Unterstützung datengestützter Entscheidungen. Essentiell für Predictive Maintenance, Optimierung und Geschäftsmodell-Entwicklung.

Data Lake

Zentraler Speicher für strukturierte und unstrukturierte Rohdaten aus verschiedenen Produktionsquellen ohne vorherige Transformation. Ermöglicht flexible Analysen und nachträgliche Datenaufbereitung.

Data Space

Souveräner Datenraum für kontrollierten Datenaustausch zwischen Unternehmen mit definierten Nutzungsrechten und Governance-Regeln. Kernelement von GAIA-X für europäische Datenökonomie.

DATE_AND_TIME

Standardisierter Datentyp in der SPS-Programmierung (IEC 61131-3) zur Speicherung von Datum und Uhrzeit. Essentiell für Zeitstempel, Audit Trails und zeitgesteuerte Abläufe.

Datenbank

Software zur strukturierten, persistierenden Speicherung und Verwaltung großer Datenmengen. Essentiell für MES, ERP, Historian und Cloud-Dienste zur Data Analytics und Rückverfolgbarkeit.

Datenbaustein (DB)

Speicherbereich in der SPS für strukturierte Daten und Variablen. Global-DBs für programmweite Daten, Instanz-DBs für Funktionsbausteine. Ermöglicht übersichtliche Datenverwaltung.

Datenbindung

Automatische Verknüpfung von HMI-Visualisierungselementen mit SPS-Variablen für bidirektionalen Datenaustausch. Aktualisiert Anzeigen bei Wertänderungen und überträgt Benutzereingaben.

Datenintegrität

Sicherstellung der Genauigkeit, Vollständigkeit und Konsistenz von Daten über deren gesamten Lebenszyklus. Erreicht durch Validierung, Zeitstempel und Schutz vor unbefugter Änderung. Wichtig für Rückverfolgbarkeit und Audit Trail.

Datenkonsistenz

Gewährleistung der Datenintegrität bei gleichzeitigem Zugriff mehrerer Tasks oder Programmteile auf gemeinsame Variablen. Verhindert inkonsistente Zustände durch atomare Operationen.

Datenlogger

Autonomes Gerät zur zeitgestempelten Erfassung und Speicherung von Messwerten. Arbeitet unabhängig von übergeordneten Systemen. Wichtig für Langzeitüberwachung und Qualitätsdokumentation.

Datensicherheit

Schutz von Daten vor unbefugtem Zugriff, Verlust, Diebstahl oder Beschädigung. Umfasst Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Firewalls und Backup/Restore. Essentiell für Cybersicherheit und Datenintegrität.

Datensouveränität

Das Recht einer Person oder Organisation, die vollständige Kontrolle über ihre Daten zu behalten (Speicherort, Nutzung, Zugriff durch Dritte). Zentrales Thema in der Cloud-Computing- und Industrie 4.0-Debatte (GAIA-X).

Datentyp

Definition der Eigenschaften von Variablen in der SPS-Programmierung. Umfasst BOOL, INT, REAL, STRING etc. Bestimmt Wertebereich, Speicherbedarf und zulässige Operationen.

Datenübertragung

Prozess des Austauschs von Informationen zwischen Komponenten (SPS, Sensoren, HMI) in einem Netzwerk oder System. Nutzt Protokolle (OPC, HTTP, Feldbus) und Medien (Ethernet, Drahtlose Kommunikation). Essentiell für Steuerung und Vernetzung.

Datenwort

16-Bit-Speichereinheit in der SPS für Zahlenwerte oder Bitmuster. Kann vorzeichenbehaftet (-32768 bis +32767) oder vorzeichenlos (0-65535) interpretiert werden. Standardgröße für SPS-Operationen.

DB (Datenbaustein)

Abkürzung für Datenbaustein. Strukturierter Speicherbereich in der SPS für Variablen und Daten. Unterschieden werden Global-DB und Instanz-DB.

DC-Serie Controller

Berghof modulare Steuerungsfamilie für raue Umgebungsbedingungen. Speziell entwickelt für Verkehrs- und Umwelttechnik mit erweiterten Temperaturbereichen.

DCS (Distributed Control System)

Verteiltes Steuerungssystem für kontinuierliche Prozesse mit dezentraler Intelligenz. Bietet hohe Verfügbarkeit durch redundante Strukturen. Hauptsächlich in chemischer Industrie.

DDS (Data Distribution Service)

Middleware-Standard für echtzeitfähige Publish-Subscribe-Kommunikation in verteilten Systemen mit Quality-of-Service-Garantien. Ermöglicht deterministische Datenverteilung mit Mikrosekunden-Latenz.

Deadband

Toleranzbereich um einen Sollwert, innerhalb dessen keine Regelaktion erfolgt. Verhindert Stellgliedoszillation bei verrauschten Signalen. Typisch 1-5% des Messbereichs.

Debouncing

Entprellung mechanischer Schaltkontakte durch Software-Filter. Unterdrückt mehrfache Signalwechsel beim Schaltvorgang. Typische Entprellzeit 10-50 ms.

Debugging

Prozess der Identifizierung, Analyse und Behebung von Fehlern (Bugs) in Software-Code. Essentiell für die SPS-Programmierung und Fehlerbehebung. Nutzt Tools wie Breakpoints und Beobachtungstabellen.

Deep Learning

Teilbereich des maschinellen Lernens mit künstlichen neuronalen Netzen. Ermöglicht komplexe Mustererkennung in Produktionsdaten ohne explizite Programmierung.

Dehnungsmessstreifen

Sensor zur Messung mechanischer Verformungen durch Widerstandsänderung bei Dehnung oder Stauchung. Basis für Kraftmessdosen, Wägezellen und Spannungsanalyse.

Delta-Roboter

Parallelkinematik-Roboter mit drei Armen für hochdynamische Pick-and-Place-Anwendungen. Extrem hohe Geschwindigkeiten und Beschleunigungen bei hoher Präzision. Dominant in Verpackungsindustrie.

DeltaV DCS

Emersons verteiltes Steuerungssystem für Prozessindustrien mit integrierter Sicherheit, Asset-Management und Batch-Steuerung. Bietet FOUNDATION Fieldbus-Integration, weit verbreitet in Chemie.

Deployment

Prozess der Software-Verteilung und Installation auf Zielsystemen. Umfasst Versionierung, Konfiguration und Aktivierung. Automatisierbar für konsistente Rollouts.

Determinismus

Eigenschaft eines Echtzeitsystems, Befehle in garantierter, voraussagbarer Zeit abzuschließen. Essentiell für präzise Steuerung und Regelung. Unabdingbar für Motion Control und synchrone Feldbusse (z.B. EtherCAT).

DeviceNet

Feldbussystem der CAN-Familie, basierend auf dem CIP (Common Industrial Protocol). Weit verbreitet in Nordamerika (Rockwell Automation) für die Sensor-Aktor-Ebene und Antriebe. Bietet Master/Slave- und Peer-to-Peer-Kommunikation.

DevOps

Entwicklungsansatz, der Softwareentwicklung und IT-Betrieb vereint. Kontinuierliche Integration und Bereitstellung für schnellere Updates. Zunehmend relevant für Automatisierung.

Dezentrale Peripherie

Feldbus-Stationen zur Erfassung und Ausgabe von E/A-Signalen fernab der zentralen SPS. Reduziert Verdrahtungsaufwand und ermöglicht modulare Anlagenkonzepte. Nutzt Industrial Ethernet oder klassische Feldbusse.

Dezimalzahl

Zahlendarstellung im Zehnersystem, gewohnte Schreibweise für Menschen. In SPS oft mit DEC gekennzeichnet. Wird intern in Binärformat gewandelt für Verarbeitung.

Diagnose

Systematische Fehlersuche und Zustandsüberwachung in Automatisierungssystemen. Umfasst LED-Anzeigen, Fehlerspeicher und Online-Überwachung. Essentiell für schnelle Störungsbehebung.

Diagnose-Puffer

Speicherbereich in der SPS für Systemereignisse und Fehlermeldungen. Zeichnet chronologisch Störungen, Programmfehler und Systemzustände auf. Unverzichtbar für Fehleranalyse.

Diagnosedaten

Strukturierte Informationen über Gerätezustand, Fehler und Betriebsparameter. Standardisiert nach PROFIBUS/PROFINET-Richtlinien. Basis für vorausschauende Wartung.

Diagnosepuffer

Ringspeicher für chronologische Aufzeichnung von Systemereignissen. Begrenzte Größe, älteste Einträge werden überschrieben. Wichtig für Fehleranalyse nach Störungen.

Digital Performance Management

Systematische Überwachung und Optimierung von KPIs mittels digitaler Dashboards. Echtzeitvisualisierung von OEE, Qualität und Durchsatz. Basis für kontinuierliche Verbesserung.

Digital Process Automation (DPA)

Erweiterte Prozessautomatisierung kombiniert RPA mit KI und Analytics für durchgängige Geschäftsprozesse. Integriert IT- und OT-Systeme für automatisierte Entscheidungsfindung.

Digital Thread

Durchgängiger digitaler Informationsfluss über den gesamten Produktlebenszyklus. Verbindet Design, Produktion und Service nahtlos. Ermöglicht Rückverfolgbarkeit und Optimierung.

Digital Twin Consortium Standards

Industrieorganisation entwickelt Standards und Best Practices für Digital-Twin-Implementierung branchenübergreifend. Fördert Interoperabilität, Sicherheit und Standardisierungsmethoden.

Digital Twin Engineer

Spezialist für Erstellung und Pflege digitaler Zwillinge von Maschinen und Anlagen. Kombiniert Simulation, Echtzeitdaten und Analytik. Interdisziplinäre Ausbildung erforderlich.

Digitalausgang

SPS-Ausgangsbaugruppe zur Ansteuerung binärer Aktoren. Transistor-, Relais- oder Triac-Ausgänge verfügbar. Schaltleistung und -geschwindigkeit abhängig vom Ausgangstyp.

Digitaleingang

SPS-Eingangsbaugruppe zur Erfassung binärer Signale (0/1). Typische Eingangsspannungen 24 V DC oder 230 V AC. Galvanische Trennung schützt Steuerung vor Störungen.

Digitaler Zwilling

Virtuelles Abbild einer physischen Maschine oder Anlage mit Echtzeitdatenverbindung. Ermöglicht Simulation, Optimierung und vorausschauende Wartung. Grundlage für Industrie 4.0.

DIMA (Decentralized Intelligence for Modular Applications)

WAGO-Konzept für verteilte Intelligenz in modularen Automatisierungslösungen. Reduziert Komplexität durch lokale Vorverarbeitung.

DIN 66025

Deutsche Norm für CNC-Programmierung, definiert G-Code-Standard für Werkzeugmaschinen. Vollständig in TwinCAT CNC unterstützt mit Hochsprachenerweiterungen.

DINT

Double Integer Datentyp in der SPS mit 32 Bit Breite. Wertebereich -2.147.483.648 bis +2.147.483.647. Verwendet für große Zählwerte, Zeitstempel und erweiterte Berechnungen.

Disaster Recovery

Strategie zur schnellen Wiederherstellung kritischer IT/OT-Systeme nach einem katastrophalen Ausfall (z.B. Brand, Überschwemmung, schwerer Cyberangriff). Umfasst Backup/Restore, redundante Hardware und Notfallpläne.

Diskreter Prozess

Automatisierungsprozess, bei dem Produkte in klar getrennten Einheiten (Stückgütern) bearbeitet werden. Typisch für Fertigungsautomation, Montage, Verpackung und Handhabung.

Display

Bildschirm oder Anzeigeeinheit zur Darstellung von Prozessdaten, Grafiken und Bedienelementen (HMI/SCADA). Essentiell für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Distributed Clocks

EtherCAT-Technologie für präzise Zeitsynchronisation im Nanosekunden-Bereich über das gesamte Netzwerk. Ermöglicht exakte Gleichzeitigkeit von Aktionen.

DMZ (Demilitarized Zone)

Netzwerksicherheitszone zwischen IT- und OT-Netzwerken zur kontrollierten Kommunikation bei gleichzeitiger Isolation kritischer Systeme. Verhindert direkten Zugriff aus Unternehmensnetzwerken.

DNP3

Distributed Network Protocol für SCADA-Systeme in der Energieversorgung. Robust gegen Störungen und Datenverluste durch Bestätigungen und Zeitstempel. Standard in nordamerikanischen Versorgungsunternehmen.

Docker Container

Leichtgewichtige Virtualisierung verpackt Anwendungen mit Abhängigkeiten in portable Container mit gemeinsam genutztem Host-OS-Kernel. Ermöglicht konsistente Bereitstellung über Hardware-Plattformen.

Dokumentation

Schriftliche oder elektronische Aufzeichnung aller relevanten Informationen über eine Anlage (Hardware, Software, Prozesse). Essentiell für Inbetriebnahme, Wartung, Schulung und Rückverfolgbarkeit.

Doppelwort (Double Word, DWord)

Standard-Datentyp in der SPS-Programmierung mit 32 Bit (4 Byte). Speichert Ganzzahlen bis ca. 4,2 Milliarden. Geeignet für Zähler, Zeitwerte und große Adressbereiche.

Download

Übertragung des SPS-Programms vom Programmiergerät zur Steuerung. Umfasst Code, Konfiguration und Initialisierungswerte. Online-Änderungen ermöglichen Programmmodifikation im laufenden Betrieb.

Drahtlose Kommunikation

Übertragung von Daten ohne physische Kabel (z.B. WLAN, 5G, Bluetooth). Bietet Flexibilität, Skalierbarkeit und Mobilität. Essentiell für Fahrerlose Transportsysteme und IIoT.

Drehfeldfrequenz

Frequenz des rotierenden Magnetfelds in Drehstrommotoren. Bestimmt synchrone Drehzahl. Bei 50 Hz Netzfrequenz: 3000 U/min (2-polig), 1500 U/min (4-polig).

Drehgeber

Sensor zur Erfassung der Drehbewegung und -position eines Motors oder einer Welle. Liefert Feedback für die Drehzahlregelung und die Positionsregelung in Servosystemen.

Drehmoment

Rotierende Kraft, die ein Motor auf die Last ausübt. Wichtigste Kenngröße für Antriebssysteme. Reguliert durch Servoregler zur Steuerung von Geschwindigkeit und Position.

Drehmomentsensor

Sensor zur Messung von Drehmomenten in rotierenden Systemen. Berührungslos oder über Dehnmessstreifen. Anwendung in Antriebssträngen, Prüfständen und drehmomentgeregelten Schraubsystemen.

Drehzahlregelung

Steuerung der Rotationsgeschwindigkeit eines Motors, um einen Sollwert präzise einzuhalten. Erfolgt über Frequenzumrichter (VFD) oder Servoregler. Essentiell für Prozesssteuerung und Effizienzsteigerung.

Drift

Zeitliche Veränderung von Sensorkennwerten durch Alterung oder Umwelteinflüsse. Erfordert regelmäßige Kalibrierung. Typisch wenige Prozent pro Jahr.

Drucksensor

Messgerät zur Erfassung von Druck in Gasen oder Flüssigkeiten. Wandelt mechanische Druckwerte in elektrische Signale um. Eingesetzt in Hydraulik, Pneumatik und Prozessüberwachung.

Durchflusssensor

Messgerät zur Erfassung von Volumen- oder Massenströmen in Rohrleitungen. Verschiedene Messprinzipien: magnetisch-induktiv, Ultraschall, thermisch. Kritisch für Prozessregelung.

DWORD

Double Word Datentyp mit 32 Bit in der SPS. Verwendet für Bitmuster, Statuswörter oder als Container für zwei 16-Bit-Werte. Ermöglicht effiziente Verarbeitung größerer Datenmengen.