Definition und MRK-Konzept:
Ein Kollaborativer Roboter (Cobot) ist eine spezielle Klasse von Robotern, die im Rahmen der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) entwickelt wurde. Der Cobot ist dazu konzipiert, direkt, sicher und ohne trennende Schutzeinrichtungen (wie Zäune oder Lichtgitter) mit menschlichen Mitarbeitern in einem gemeinsamen Arbeitsraum zusammenzuarbeiten.
Diese Fähigkeit wird durch strenge Sicherheitsanforderungen und technische Merkmale erreicht:
- Kraft- und Drehmomentbegrenzung: Der Roboter ist in seinen Bewegungen und Kräften so begrenzt, dass im Falle eines Kontakts keine Verletzungen (nach ISO/TS 15066) entstehen.
- Sensorik: Integrierte Sensorik (z.B. in den Gelenken oder an der Oberfläche) misst und überwacht Kräfte und Drehmomente in Echtzeit.
- Sicherheitsfunktionen: Umfassende Sicherheitsfunktionen (z.B. sichere Geschwindigkeit, sicherer Stopp), die bis zum höchsten Sicherheitslevel (PLe) zertifiziert sind.
Vorteile und Anwendungen:
- Flexibilität: Kann schnell für neue Aufgaben umprogrammiert und umgestellt werden, ideal für die Adaptive Fertigung und kleine Losgrößen.
- Ergonomie: Entlastet den Menschen von ergonomisch ungünstigen, repetitiven oder einfachen Pick-and-Place-Aufgaben.
- Platzersparnis: Benötigt keinen zusätzlichen Platz für Schutztüren oder Zäune, was die Integration in bestehende Linien vereinfacht.
- Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK): Ermöglicht neue, effiziente Arbeitsprozesse, bei denen Mensch und Roboter ihre jeweiligen Stärken optimal einbringen.
Bekannte Beispiele sind der YuMi (ABB) und die Universal Robots-Serien.
→ Siehe auch: Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK), Roboter, Robotik, PLe (Performance Level), YuMi, Drehmoment

