Definition und Funktion:
Das Drehmoment (engl. Torque) ist die rotierende Kraft, die ein Motor auf seine Welle und damit auf die angeschlossene Last (z.B. ein Getriebe, eine Achse, einen Roboterarm) ausübt. Es ist die Produkt aus der aufgebrachten Kraft und dem Radius, in dem diese Kraft wirkt (Drehmoment = Kraft × Hebelarm). Die SI-Einheit ist Newtonmeter (Nm).
Das Drehmoment ist die wichtigste Kenngröße für die Dimensionierung und Steuerung von Antriebssystemen. Es ist die Fähigkeit des Motors, Arbeit zu verrichten, indem er die Trägheit der Last überwindet und sie beschleunigt oder einer externen Kraft entgegenwirkt.
Typen von Drehmomenten:
- Nennmoment: Das maximale Drehmoment, das der Motor im Dauerbetrieb bei Nennleistung abgeben kann.
- Spitzenmoment: Das kurzzeitig verfügbare maximale Drehmoment (oft das 2- bis 4-fache des Nennmoments), das für Beschleunigungsvorgänge (Anlaufstrom) benötigt wird.
- Haltemoment: Das Drehmoment, das der Motor im Stillstand aufbringen kann, um eine Last zu halten.
Relevanz in der Automatisierung:
- Drehzahlregelung: In Servosystemen wird das Drehmoment direkt oder indirekt vom Servoregler gesteuert, um die gewünschte Drehzahl oder Position zu erreichen.
- Dimensionierung: Die Auswahl des richtigen Motors und Achsreglers hängt direkt vom maximal benötigten Drehmoment der Applikation ab.
- Achsenregelung:Achsen im Koordinatensystem von Robotern erfordern eine präzise Drehmoment-Regelung für dynamische Bewegungen.
- Generatorischer Betrieb: Beim Abbremsen des Motors wirkt das Drehmoment bremsend, und der Motor arbeitet als Generator, der Energie in den Zwischenkreis zurückspeist.
→ Siehe auch: Motor, Spitzenmoment, Synchronmotor, Drehzahlregelung, Generatorischer Betrieb, Zwischenkreis

