Definition und Funktion:
Ein Timer (Zeitglied, Zeitrelais) ist eine grundlegende Funktion oder ein Funktionsbaustein in der SPS-Programmierung, der dazu dient, Zeitdauern zu messen, zu verzögern oder zu überwachen. Timer ermöglichen es, zeitabhängige Abläufe in der Steuerungslogik zu realisieren.
Der Timer arbeitet, indem er eine vordefinierte Zeit (Vorwahlzeit) zählt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und bei deren Ablauf ein Ausgangssignal oder ein Flag setzt.
Typische Timer-Typen (nach IEC 61131-3):
- TON (Timer On Delay – Einschaltverzögerung):
- Der Ausgang schaltet nach Ablauf der Vorwahlzeit auf TRUE, wenn der Eingang aktiv wird.
- Solange der Eingang aktiv ist und die Zeit läuft, bleibt der Ausgang FALSE.
- Wird der Eingang vorher inaktiv, wird der Timer zurückgesetzt.
- Anwendung: Motor soll erst nach 5 Sekunden eingeschaltet werden, nachdem der Starttaster betätigt wurde.
- TOF (Timer Off Delay – Ausschaltverzögerung):
- Der Ausgang bleibt nach Inaktivwerden des Eingangs für die Vorwahlzeit auf TRUE.
- Wird der Eingang während der Zeitmessung wieder aktiv, wird der Timer zurückgesetzt.
- Anwendung: Eine Lampe soll nach dem Ausschalten noch 10 Sekunden nachleuchten.
- TP (Timer Pulse – Impulsverzögerung):
- Der Ausgang wird für die Dauer der Vorwahlzeit auf TRUE gesetzt, wenn der Eingang aktiv wird. Danach fällt er auf FALSE zurück, unabhängig vom Eingang.
- Anwendung: Ein kurzzeitiger Impuls zur Aktivierung einer Funktion.
Relevanz in der Automatisierung:
Timer sind unverzichtbar für die Steuerung vieler Funktionen in Maschinen und Anlagen:
- Zeitgesteuerte Abläufe: Für das sequenzielle Ein- und Ausschalten von Aktoren mit bestimmten Verzögerungen.
- Überwachungsfunktionen: Überwachung, ob ein Prozessschritt innerhalb einer bestimmten Zeit abgeschlossen wird (Timeout-Überwachung).
- Taktsteuerung: Für das Erzeugen von periodischen Impulsen.
- Sequenzielle Steuerungen: In Schrittketten.
- Fehlerbehandlung: Überwachung von Kommunikationszeiten, um Timeouts zu erkennen.
Timer sind ein grundlegendes Element der SPS-Programmierung und tragen zur Flexibilität und Robustheit der Steuerungslogik bei.
→ Siehe auch: TIME, SPS-Programmierung, IEC 61131-3, Funktionsbaustein (FB), Einschaltverzögerung, Ausschaltverzögerung

