Definition und Funktionsweise:
Das Rastmoment (engl. Detent Torque oder Cogging Torque) ist ein physikalisches Phänomen, das bei bestimmten Elektromotoren, insbesondere bei Schrittmotoren und einigen Synchronmotoren, auftritt. Es ist ein Haltemoment, das der Motor erzeugt, auch wenn er nicht mit Strom versorgt wird.
Das Rastmoment entsteht durch die magnetische Anziehung zwischen den Permanentmagneten im Rotor und den Statorzähnen des Motors, auch ohne aktive Stromzufuhr zu den Wicklungen. Der Rotor „rastet“ in bestimmten Positionen ein.
Relevanz in der Automatisierung:
- Schrittmotoren: Bei Schrittmotoren ist das Rastmoment ein erwünschter Effekt, da es hilft, den Rotor in einer stabilen Position zu halten, wenn der Motor nicht aktiv bestromt wird. Es verhindert ein ungewolltes Drehen des Rotors und kann bei Anwendungen mit geringen externen Kräften ein Halten ohne Energiezufuhr ermöglichen. Das Rastmoment ist typischerweise ein kleiner Prozentsatz (5-10%) des Nennmoments des Motors.
- Servomotoren (Synchronmotoren): Bei hochwertigen Servomotoren ist ein Rastmoment (Cogging Torque) unerwünscht, da es zu unerwünschten Vibrationen oder Ungleichmäßigkeiten bei geringen Geschwindigkeiten führen kann. Hersteller versuchen daher, das Rastmoment durch spezielle Wicklungstechniken oder Geometrien zu minimieren.
Vorteile (bei Schrittmotoren):
- Position halten ohne Energie: Der Motor hält seine Position im stromlosen Zustand.
- Einfache Mechanik: Vereinfacht in einigen Anwendungen die mechanische Konstruktion, da keine zusätzliche Bremse benötigt wird.
Nachteile (allgemein):
- Kann zu Vibrationen führen.
- Kann den sanften Lauf bei geringen Geschwindigkeiten beeinträchtigen.
- Kann manuelles Verstellen des Motors erschweren, wenn das Rastmoment hoch ist.
Das Rastmoment ist ein charakteristisches Merkmal von Schrittmotoren und ein wichtiger Aspekt, der bei der Auswahl des richtigen Motortyps für eine Anwendung berücksichtigt werden muss.
→ Siehe auch: Schrittmotor, Servomotor, Drehmoment, Nennmoment, Motor

