Definition und Zweck:
Die Kollisionsvermeidung (Collision Avoidance) ist eine kritische Sicherheits- und Funktionsanforderung in der Robotik und bei mobilen Systemen (FTS, AMR). Sie bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, seine Umgebung in Echtzeit zu überwachen, potenzielle Zusammenstöße zu erkennen und seine Bewegung (Geschwindigkeit, Richtung, Bahnplanung) aktiv anzupassen, um eine Kollision zu verhindern.
Das Hauptziel ist die Vermeidung von Sachschäden an der Anlage und dem Produkt sowie der Schutz des Personals (insbesondere bei der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK)).
Technologien zur Kollisionsvermeidung:
- Sensorik: Einsatz von räumlicher 3D-Vision (Lidar, Stereo-Kameras), Laserscannern, Ultraschallsensoren oder taktilen Sensoren, um den Arbeits- oder Fahrraum zu erfassen.
- Bahnplanung: Die Steuerung (SPS, Robotersteuerung) nutzt die Daten der Sensorik, um die Bahnplanung des Roboters oder des FTS in Echtzeit anzupassen (z.B. Ausweichmanöver oder geregelter Stopp).
- Kollaborativer Roboter: Cobots nutzen interne Kraft- und Drehmoment-Sensoren, um bei unbeabsichtigtem Kontakt sofort mit einem sicheren Stopp (Sicherheitsfunktionen) zu reagieren.
- Flottensteuerung: Bei FTS koordiniert die Flottensteuerung die Routen mehrerer Fahrzeuge, um Staus und gegenseitige Kollisionen zu verhindern.
Die Fehlererkennung und die Einhaltung von Sicherheitsstandards (z.B. ISO 13849-1 für Cobots) sind dabei von höchster Bedeutung.
→ Siehe auch: Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK), Fahrerloses Transportsystem (FTS), 3D-Vision, Bahnplanung, Roboter, Sicherheitsfunktionen

