Definition und Funktionsweise:
Das Business Continuity Management (BCM), auf Deutsch Notfall- und Kontinuitätsmanagement, umfasst alle organisatorischen und technischen Maßnahmen, um bei kritischen Vorfällen (wie Ransomware-Angriffen, Hardwaredefekten oder Naturkatastrophen) den Geschäfts- und Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten oder schnellstmöglich wiederherzustellen. In der OT (Operational Technology) beinhaltet dies konkrete Disaster-Recovery-Pläne für die Maschinen- und Anlagensteuerung.
Relevanz für SPS und Automatisierungstechnik:
- Disaster Recovery: Wenn eine SPS durch Schadsoftware kompromittiert wurde, muss klar definiert sein, wo das saubere, letzte lauffähige Programm-Backup sowie die aktuellen Maschinenparameter liegen und wie diese offline auf eine Ersatz-SPS geflasht werden können.
- Gesetzliche Anforderungen: Richtlinien wie NIS-2 fordern von betroffenen Unternehmen nachweisbare und getestete BCM-Konzepte auch für den Produktionsbereich.
- Minimierung von Stillstandszeiten: Ein strukturiertes BCM verhindert, dass im Angriffsfall Panik ausbricht. Klare Rollenverteilungen (wer darf die Anlage vom IT-Netz trennen?) reduzieren den finanziellen Schaden durch Produktionsausfälle massiv.
→ Siehe auch: OT-Security, NIS-2-Richtlinie, IT Compliance Richtlinien

