Definition und Historie:
Die SIMATIC S7-300 war eine der am weitesten verbreiteten und erfolgreichsten modularen SPS-Familien (Speicherprogrammierbare Steuerungen) von Siemens. Sie wurde für mittlere bis große Automatisierungsaufgaben in der diskreten Fertigung und der Prozessindustrie entwickelt und hat über Jahrzehnte hinweg eine riesige installierte Basis weltweit aufgebaut.
Die S7-300 war bekannt für ihre Robustheit, Modularität und Vielseitigkeit. Sie ist der direkte Vorgänger der aktuellen SIMATIC S7-1500 Serie.
Merkmale (historisch und im Kontext):
- Modulare Architektur: Ermöglichte den flexiblen Aufbau des Systems mit verschiedenen CPU-Modulen, I/O-Modulen, Kommunikationsbaugruppen und Technologie-Modulen.
- Umfassende Funktionsvielfalt: Für Logik, Regelungstechnik, Motion Control (mit Technologie-Modulen) und Kommunikation.
- Kommunikation: Unterstützte Feldbusse wie PROFIBUS DP und PROFINET (über Kommunikationsprozessoren).
- Programmierbar mit STEP 7 Classic: Die etablierte Engineering-Software von Siemens.
- Robuste Bauweise: Für den industriellen Einsatz ausgelegt.
- Skalierbarkeit: Eine breite Palette von CPUs und Modulen ermöglichte die Anpassung an unterschiedliche Leistungsanforderungen.
Lebenszyklus und Migration:
Die SIMATIC S7-300 befindet sich heute im Produktauslauf („Product Lifecycle Management“) und wird nicht mehr aktiv vermarktet oder neu installiert. Siemens garantiert jedoch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Support bis mindestens 2033. Viele S7-300-Systeme sind weiterhin zuverlässig in Betrieb.
Der Nachfolger ist die SIMATIC S7-1500, die eine deutlich höhere Performance, mehr integrierte Funktionen und eine bessere IT-Integration bietet. Siemens bietet umfangreiche Migrationsunterstützung und Tools für den Umstieg von S7-300 auf S7-1500.
Die S7-300 bleibt ein historisch bedeutendes System, das die Entwicklung der SPS-Technologie maßgeblich geprägt hat.
→ Siehe auch: S7-1500 (SIMATIC), Siemens, SPS, TIA Portal, STEP 7, Obsoleszenz-Management

