Definition und Zweck:
PLM (Product Lifecycle Management) ist ein umfassender, strategischer Ansatz und eine Softwaresystem-Kategorie, die darauf abzielt, alle Informationen und Prozesse rund um ein Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus zu verwalten. Dies reicht von der ersten Idee und Konzeption über Design, Entwicklung, Fertigung, Service und Wartung bis hin zur Entsorgung des Produkts.
Das Hauptziel von PLM ist es, die Effizienz, Qualität, Innovationskraft und Rückverfolgbarkeit in der Produktentwicklung und -produktion zu steigern, indem alle relevanten Daten und Prozesse zentralisiert und vernetzt werden.
Wesentliche Bereiche eines PLM-Systems:
- Produktdatenmanagement (PDM): Verwaltung von CAD-Modellen, Zeichnungen, Stücklisten, Spezifikationen und Dokumentationen.
- Prozessmanagement: Steuerung und Optimierung der Entwicklungsprozesse (z.B. Workflow-Management, Änderungsmanagement).
- Konfigurationsmanagement: Verwaltung von Produktkonfigurationen und Varianten.
- Projektmanagement: Planung und Überwachung von Entwicklungsprojekten.
- Qualitätsmanagement: Integration von Qualitätsdaten und -prozessen.
- Kollaboration: Ermöglicht die Zusammenarbeit von Teams über Disziplinen und Standorte hinweg.
- Integrationsschnittstellen: Anbindung an andere Unternehmenssysteme wie ERP, MES, CRM.
Relevanz in der Automatisierung und Industrie 4.0:
PLM-Systeme sind von entscheidender Bedeutung für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der produzierenden Industrie, da sie die Grundlage für den Digital Thread und den Digitalen Zwilling bilden:
- Durchgängige Daten: Bietet eine konsistente und aktuelle Datenbasis für alle Phasen des Produktlebenszyklus, von der Entwicklung bis zur Fertigung und dem Service.
- Digital Thread: Der Digital Thread ist der Informationsfluss, der die verschiedenen Phasen miteinander verbindet, und PLM ist die Technologie, die diesen Faden managt.
- Digitaler Zwilling: PLM verwaltet die Modelle und Daten, die für die Erstellung und Pflege des Digitalen Zwillings erforderlich sind.
- Schnellere Markteinführung: Durch effizientere Entwicklungsprozesse.
- Qualitätsverbesserung: Durch bessere Datenkontrolle und -analyse.
- Rückverfolgbarkeit: Lückenlose Historie aller Produktinformationen.
- IT/OT-Konvergenz: PLM-Systeme integrieren zunehmend Daten aus der OT-Welt (Produktion) mit den Entwicklungsdaten.
Führende PLM-Anbieter sind Siemens (Teamcenter), Dassault Systèmes (ENOVIA) und PTC (Windchill).
→ Siehe auch: Digital Thread, Digitaler Zwilling, CAD, CAE (Computer-Aided Engineering), Industrie 4.0, ERP (Enterprise Resource Planning)

