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HazOp (Hazard and Operability Study) Definition im Glossar von SPS-Profis.de

Definition und Zweck:
Eine HazOp (Hazard and Operability Study), zu Deutsch Gefahren- und Betreibbarkeitsanalyse, ist eine strukturierte und systematische Methode zur Identifizierung potenzieller Gefährdungen (Hazards) und Betriebsstörungen (Operability Problems) in komplexen Prozessen oder Anlagen. Sie ist eine qualitative Technik zur Risikoanalyse und wird häufig in der chemischen, petrochemischen und anderen Prozessindustrien eingesetzt.

Das Hauptziel einer HazOp-Studie ist es, kritische Schwachstellen im Design oder Betrieb eines Systems zu erkennen, die zu Unfällen, Produktionsausfällen, Umweltschäden oder Qualitätsproblemen führen könnten. Die Ergebnisse der HazOp bilden die Grundlage für die Definition von Schutzmaßnahmen und sicherheitsbezogenen Systemen (SIS).

Ablauf einer HazOp-Studie:
Eine HazOp-Studie wird typischerweise von einem interdisziplinären Team durchgeführt (z.B. Prozessingenieure, Verfahrenstechniker, Automatisierungsexperten, Sicherheitsbeauftragte). Der Prozess umfasst:

  1. Zerlegung der Anlage: Der Prozess wird in kleinere, überschaubare „Knoten“ oder „Studienabschnitte“ unterteilt (z.B. eine Pumpe mit Rohrleitungen).
  2. Anwendung von Leitworten: Für jeden Knoten werden systematisch „Leitwörter“ (Guidewords) auf Prozessparameter angewendet.
    • Parameter: Temperatur, Druck, Durchfluss, Füllstand, Zusammensetzung.
    • Leitwörter: NO (kein), MORE (mehr), LESS (weniger), PART OF (Teil von), REVERSE (umgekehrt), AS WELL AS (sowie), OTHER THAN (anders als), EARLY (früh), LATE (spät), BEFORE (vor), AFTER (nach).
  3. Identifizierung von Abweichungen: Die Kombination aus Parameter und Leitwort erzeugt eine potenzielle Abweichung (z.B. „Kein Durchfluss“, „Mehr Druck“).
  4. Ursachenermittlung: Für jede Abweichung werden mögliche Ursachen ermittelt.
  5. Folgenanalyse: Bewertung der potenziellen Folgen jeder Abweichung.
  6. Schutzmaßnahmen und Empfehlungen: Definition von bestehenden Schutzmaßnahmen und Ableitung von Empfehlungen für zusätzliche technische oder organisatorische Maßnahmen zur Risikominderung.

Relevanz in der Automatisierung:
HazOp-Studien sind entscheidend für die funktionale Sicherheit und das Anlagendesign:

  • Risikobewertung: Liefert den Input für die Risikobewertung und die Bestimmung des erforderlichen Safety Integrity Levels (SIL) oder Performance Levels (PL).
  • Design von SIS: Hilft bei der Spezifikation von sicherheitsgerichteten Funktionen und Instrumentierungssystemen.
  • SPS-Programmierung: Die Ergebnisse fließen in die Spezifikation der Steuerungs- und Sicherheitslogik ein.
  • Fehlererkennung: Identifiziert potenzielle Betriebs- und Sicherheitsrisiken frühzeitig.

Eine HazOp-Studie ist ein präventives Werkzeug, das wesentlich zur Sicherheit und Zuverlässigkeit komplexer Prozessanlagen beiträgt.

→ Siehe auch: Gefährdungsbeurteilung, Funktionale Sicherheit, SIL (Safety Integrity Level), Prozessautomatisierung, Sicherheitsfunktionen

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