Definition und Funktionsweise:
Der EU AI Act (Artificial Intelligence Act) ist ein Gesetz der Europäischen Union, das den Inverkehrbringen und die Nutzung von Systemen der Künstlichen Intelligenz reguliert. Das Gesetz basiert auf einem risikobasierten Ansatz: Je höher das potenzielle Risiko eines KI-Systems für die Sicherheit oder Grundrechte von Personen, desto strenger sind die Anforderungen an Transparenz, Risikomanagement und Datenqualität.
Relevanz für SPS und Automatisierungstechnik:
- Hochrisiko-KI in der Produktion: Für den Maschinenbau wird es kritisch, wenn KI-Modelle in Sicherheitsbauteilen eingesetzt werden. Greift ein neuronales Netz (z. B. auf einem Edge-IPC) direkt in die Maschinensteuerung (SPS) ein, um Kollisionen zu vermeiden, wird dies oft als Hochrisiko-KI-System eingestuft. Dies erfordert aufwändige Konformitätsbewertungen und Dokumentationen.
- Qualitätskontrolle: KI-gestützte Bildverarbeitung zur reinen Qualitätskontrolle (die nicht sicherheitsgerichtet ist) fällt in der Regel in niedrigere Risikoklassen, muss aber dennoch grundlegende Transparenzpflichten erfüllen.
- Zusammenspiel mit Maschinensicherheit: Der AI Act ergänzt im Bereich der Automatisierung die Vorgaben der Maschinenverordnung, insbesondere wenn maschinelles Lernen das Verhalten einer Anlage nach deren Auslieferung noch autonom verändern kann.
→ Siehe auch: Hochrisiko-KI-System, Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (MVO)

