Definition und Zweck:
Eine Transition (Übergang) ist ein fundamentales Element in grafischen Programmiersprachen für sequenzielle Steuerungen wie der Ablaufsprache (AS) / Sequential Function Chart (SFC) nach IEC 61131-3 und der Darstellungsnorm GRAFCET. Sie repräsentiert eine logische Bedingung, die erfüllt sein muss, damit das System von einem aktiven Schritt zu einem oder mehreren nachfolgenden Schritten wechseln kann.
Transitionen sind die „Entscheidungsbäume“ oder „Weichen“ in einer Schrittkette und steuern den Fluss des Programms durch die verschiedenen Zustände.
Wesentliche Eigenschaften:
- Verbindet Schritte: Eine Transition verbindet einen oder mehrere vorhergehende Schritte mit einem oder mehreren nachfolgenden Schritten.
- Transitionsbedingung: Jede Transition ist mit einer Booleschen Bedingung verknüpft. Diese Bedingung kann aus verschiedenen logischen Verknüpfungen von Eingängen, Merkern, Timer-Flags oder Ergebnissen von Berechnungen bestehen.
- Schalten der Transition: Eine Transition schaltet (feuert) nur dann, wenn:
- Alle direkt vor der Transition liegenden Schritte aktiv sind.
- Die Transitionsbedingung WAHR ist.
- Zeitlicher Aspekt: Die Transition schaltet genau in dem SPS-Zyklus, in dem die Bedingung erfüllt wird.
Beispiel:
In einem GRAFCET könnte eine Transition die Bedingung haben: `Start_Taster AND NOT Not_Halt` (Starttaster gedrückt UND Not-Halt nicht aktiv). Wenn diese Bedingung WAHR wird, und der vorherige Schritt aktiv ist, wechselt der Ablauf zum nächsten Schritt.
Relevanz in der Automatisierung:
Transitionen sind unverzichtbar für die Programmierung und Diagnose von sequenziellen Abläufen:
- Steuerung von Abläufen: Definieren die exakte Reihenfolge, in der Aktionen ausgeführt werden.
- Fehlerbehandlung: Fehlerzustände oder Not-Halt-Signale können als Transitionsbedingungen genutzt werden, um zu einer Fehlerbehandlungsroutine zu verzweigen.
- Zustandsautomaten: Sind das Herzstück von Zustandsautomaten und Schrittketten.
- Übersichtlichkeit: Die grafische Darstellung von Transitionen macht komplexe Ablauflogiken leichter verständlich.
- Diagnose: Im Online-Modus kann der Zustand einer Transitionsbedingung visualisiert werden, was die Fehlersuche bei sequenziellen Fehlern erheblich vereinfacht.
Die präzise Definition und Überwachung von Transitionen ist entscheidend für die zuverlässige und sichere Funktion von Maschinen mit sequenziellen Abläufen.
→ Siehe auch: SFC (Sequential Function Chart), GRAFCET, Schrittkette, Ablaufsprache (AS), Zustandsautomat, SPS-Programmierung

