Definition und Umfang:
Software ist der Oberbegriff für alle nicht-physikalischen Komponenten eines Computersystems, insbesondere für Programme, Daten und Dokumentation. In der Automatisierungstechnik ist Software entscheidend für die Funktionalität, Steuerung und Interaktion von Maschinen, Anlagen und Prozessen.
Sie ist das „Gehirn“, das die Hardware zum Leben erweckt und ihr vordefinierte Aufgaben ausführen lässt.
Typen von Software in der Automatisierung:
- Betriebssysteme (OS): Die grundlegende Software, die die Hardware verwaltet und die Ausführung anderer Programme ermöglicht (z.B. Windows, Linux, Echtzeitbetriebssysteme).
- Firmware: In die Hardware eingebettete Software, die die Grundfunktionen eines Geräts steuert (z.B. Firmware einer SPS, eines Frequenzumrichters).
- Engineering-Software: Software-Tools, die für die Planung, Entwicklung, Konfiguration, Programmierung und Diagnose von Automatisierungssystemen verwendet werden.
- SPS-Programmiersoftware: (z.B. Siemens TIA Portal, Beckhoff TwinCAT, CODESYS) für die Erstellung von Anwenderprogrammen.
- HMI/SCADA-Software: Für die Visualisierung und Bedienoberflächen.
- CAD/CAE-Software: Für Elektro- und Mechanik-Design.
- Anwendersoftware: Die spezifischen Programme, die von den Anwendern für die Steuerung ihrer Prozesse oder Maschinen erstellt werden (z.B. SPS-Programme, Roboterprogramme).
- Systemsoftware: Für die Datenhaltung (Historian, Datenbanken), Analytik (MES, IIoT-Plattformen, KI-Software), und Integration (OPC UA Server).
- Middleware: Verbindet verschiedene Softwarekomponenten.
Relevanz in der Automatisierung:
Die Bedeutung von Software in der Automatisierung wächst exponentiell im Zuge der Industrie 4.0:
- Funktionalität: Definiert die gesamte Logik und das Verhalten der Anlage.
- Flexibilität: Ermöglicht die Anpassung von Maschinen an neue Anforderungen durch Software-Updates.
- Intelligenz: KI- und Machine Learning-Algorithmen sind Software.
- Konnektivität: Software-Implementierungen von Kommunikationsprotokollen.
- Cloud und Edge Computing: Sind softwaregetrieben.
- Wartbarkeit: Gute Softwarequalität und -dokumentation sind entscheidend.
Der Trend geht zu „Software-Defined Automation“, bei der die Software zunehmend von der spezifischen Hardware entkoppelt wird.
→ Siehe auch: Firmware, Programmierung, SPS-Programmierung, Softwarequalität, Software-Defined Automation, Industrie 4.0

