Definition und Architektur:
Ein Prozessleitsystem (PLS) (Distributed Control System, DCS) ist ein hochverfügbares, verteiltes Steuerungssystem, das zur zentralen Überwachung, Prozessregelung und Visualisierung von Großanlagen in der Prozessautomatisierung eingesetzt wird. Im Gegensatz zu einer einzelnen SPS, die meist eine einzelne Maschine steuert, verwaltet ein PLS die gesamte Anlage über verteilte Controller und Workstations.
Das Prozessleitsystem (PLS) integriert die Steuerungsebene, die Visualisierung (HMI) und das Alarmmanagement auf einer gemeinsamen Plattform.
Kritische Merkmale:
- Redundanz: Controller, Netzwerke und Server sind oft redundant ausgeführt, um höchste Anlagenverfügbarkeit (Disaster Recovery) zu gewährleisten.
- Prozessregelung: Spezialisiert auf komplexe, kontinuierliche Prozesse (PID-Regler-Kaskaden).
- Chargenmanagement: Umfangreiche Funktionen zur Chargensteuerung.
- Systemintegration: Bietet standardisierte Schnittstellen zu MES und ERP.
Bekannte PLS sind das System 800xA (ABB), APROL (B&R) und DeltaV (Emerson).
→ Siehe auch: Prozessautomatisierung, SPS, System 800xA, APROL, Redundanz, HMI (Human Machine Interface), Prozessregelung

