Definition und Funktion:
Ein Industrie-PC (IPC) ist ein speziell entwickelter Computer, der im Gegensatz zu einem Standard-PC für den 24/7-Dauerbetrieb in rauen Industrieumgebungen ausgelegt ist. Er verfügt über eine robuste Bauweise, hohe Schock- und Vibrationsfestigkeit, erweiterte Temperaturbereiche und oft passive Kühlung (lüfterlos).
Der Industrie-PC (IPC) hat sich zu einer zentralen Plattform in der modernen Automatisierung entwickelt, insbesondere im Zuge der Industrie 4.0, da er hohe Rechenleistung (Multi-Core-Architektur) mit Echtzeitfähigkeit kombiniert.
Anwendungsbereiche:
- Soft-SPS: Betrieb eines Software-Steuerungssystems (z.B. Beckhoff TwinCAT, B&R Automation Runtime) auf einem Echtzeit-Betriebssystem (OS).
- HMI/SCADA: Plattform für anspruchsvolle Visualisierungen (SIMATIC WinCC Unified, zenon) und Multi-Touch-Panels.
- Edge Computing: Lokale Verarbeitung von Big Data (Data Analytics) und Ausführung von Machine Learning-Modellen (KI) nahe an der Maschine.
- Bildverarbeitung (Machine Vision): Rechenintensive Aufgaben wie 3D-Vision und Inline-Qualitätskontrolle.
- Virtualisierung: Hosten mehrerer virtueller Maschinen auf einer Hardware.
→ Siehe auch: Edge Computing, SPS, HMI (Human Machine Interface), Multi-Core-Architektur, Betriebssystem (OS), Wärmeabfuhr, Virtualisierung

