Definition und Standard:
IEC 61131-3 ist der international anerkannte Standard der International Electrotechnical Commission (IEC), der die Programmiersprachen für speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) definiert. Er wurde geschaffen, um die herstellerübergreifende Kompatibilität von SPS-Programmen und die Einheitlichkeit der Entwicklung zu fördern.
Die Norm definiert fünf standardisierte Programmiersprachen, die von den meisten modernen SPS-Herstellern in ihren Entwicklungsumgebungen unterstützt werden:
- AWL (Anweisungsliste) / IL (Instruction List): Eine textbasierte, assemblerähnliche Sprache für hardwarenahe Programmierung.
- KOP (Kontaktplan) / LD (Ladder Diagram): Eine grafische Sprache, die elektrischen Schaltplänen ähnelt und logische Verknüpfungen mit Kontakten und Spulen darstellt.
- FUP (Funktionsplan) / FBD (Function Block Diagram): Eine grafische Sprache, die das Programm als Blockschaltbild mit Funktionsblöcken und Verbindungslinien darstellt.
- ST (Strukturierter Text) / SCL (Structured Control Language bei Siemens): Eine Hochsprachen-ähnliche, textbasierte Sprache, vergleichbar mit Pascal oder C, die komplexe Algorithmen und Berechnungen ermöglicht.
- AS (Ablaufsprache) / SFC (Sequential Function Chart): Eine grafische Sprache für sequenzielle Steuerungsabläufe, basierend auf Schritten und Transitionen (ähnlich GRAFCET).
Vorteile und Bedeutung in der Automatisierung:
Die IEC 61131-3 hat die SPS-Programmierung maßgeblich geprägt und bietet zahlreiche Vorteile:
- Herstellerunabhängigkeit: Programmierer können ihr Wissen über die Sprachen auf SPSen verschiedener Hersteller anwenden.
- Portabilität: SPS-Programme (oder Teile davon) können leichter zwischen unterschiedlichen Plattformen migriert werden.
- Wiederverwendbarkeit: Standardisierte Funktionsbausteine und Funktionen können in verschiedenen Projekten verwendet werden.
- Modularität und Strukturierung: Fördert die Entwicklung gut strukturierter und wartbarer Programme.
- Klare Definition: Die genaue Semantik der Sprachen ist definiert, was Missverständnisse reduziert.
- Qualität und Effizienz: Trägt zur Verbesserung der Softwarequalität und der Entwicklungseffizienz bei.
IEC 61131-3 ist der De-facto-Standard für die SPS-Programmierung und eine grundlegende Anforderung für Automatisierungsingenieure und SPS-Programmierer.
→ Siehe auch: AWL (Anweisungsliste), KOP (Kontaktplan), FUP (Funktionsplan), ST (Structured Text), AS (Ablaufsprache), SPS, CODESYS, PLCopen

