Definition und Funktionsweise:
Unicast ist die häufigste Form der Nachrichtenübertragung in Computernetzwerken, bei der eine Nachricht von einem Absender direkt an genau einen bestimmten Empfänger gesendet wird. Es ist eine Punkt-zu-Punkt-Kommunikation.
Im Unicast-Modus kennt der Sender die eindeutige Adresse des Empfängers (z.B. MAC-Adresse, IP-Adresse) und sendet das Datenpaket direkt an diesen. Alle anderen Geräte im Netzwerk ignorieren das Paket, es sei denn, sie sind der vorgesehene Empfänger.
Relevanz in der Automatisierungstechnik:
Unicast ist der Standard für die meisten Kommunikationsszenarien in der industriellen Automatisierung:
- SPS-zu-SPS-Kommunikation: Wenn eine Steuerung direkt mit einer anderen spezifischen Steuerung kommuniziert.
- SPS-zu-Feldgerät-Kommunikation: Wenn die SPS Daten an einen bestimmten Antrieb, ein I/O-Modul oder einen Sensor sendet oder von dort empfängt.
- HMI/SCADA-zu-SPS-Kommunikation: Wenn ein Bedienpanel oder Leitsystem Daten von einer spezifischen SPS abruft oder Befehle sendet.
- IT/OT-Integration: Kommunikation zwischen OT-Systemen und IT-Systemen (z.B. MES, ERP, Datenbanken, Cloud-Dienste).
- Fernwartung: Direkte Verbindung zu einer spezifischen Maschine.
Vorteile:
- Zielgerichtete Kommunikation: Nachrichten werden nur an den vorgesehenen Empfänger gesendet.
- Geringe Netzwerklast: Im Vergleich zu Broadcast, da unnötiger Traffic vermieden wird.
- Sicherheit: Erhöht die Sicherheit, da Daten nicht an alle Geräte gesendet werden.
- Zuverlässigkeit: Bietet eine zuverlässige Punkt-zu-Punkt-Verbindung (insbesondere mit TCP).
Die meisten Industrial Ethernet-Protokolle (PROFINET, EtherCAT, EtherNet/IP) nutzen Unicast für die direkte und effiziente Kommunikation zwischen ihren Teilnehmern, oft in Kombination mit Multicast für Gruppenkommunikation.
→ Siehe auch: Multicast, Broadcast, Ethernet, Industrial Ethernet, Kommunikation, TCP/IP

